Von der Liebe…
~ 13. August 2009 ~
Die Frau geht seit fünf Stunden auf dem sandigen Weg. Auf dem Arm trägt sie ihr behindertes Kind. Gerade hat sie wieder einmal den Arm gewechselt, weil es doch zu schwer wird. Zum Glück ist es nicht mehr weit und sie hat bald die Omnibushaltestelle erreicht. Dort sitzt sie jetzt unter dem Blechdach das etwas Schatten spendet. Doch heute hat sie Glück, es sind nur 26 Grad im Schatten. Im Sommer sind es meist 12 Grad mehr. Nachdem sie sich etwas ausgeruht hat kommt auch schon der Bus.
Sie steigt ein und sucht sich auf der schattigeren Seite einen freien Platz. Nach wenigen Minuten hat das monotone Brummen des Motors sie in den Schlaf geleitet. Das Kind hat sich die ganze Zeit kaum gerührt. Nach vielen Stopps und einigen Pausen des Busfahrers, kommt sie acht Stunden später am Terminal in Asuncion an. Es ist schon lange dunkel. Dort wird sie von einer Verwandten abgeholt, bei der sie mit ihrem Kind die Nacht verbringen kann.
Früh am nächsten morgen geht es wieder zum Terminal. Die Reise geht weiter Richtung Coronel Oviedo und Villarrica, umsteigen in Mbocayaty. Wieder warten auf den nächsten Bus. Dann endlich nach insgesamt vier Stunden Busfahrt ist sie fast am Ziel. Aussteigen in Capii, jetzt sind es nur noch sechs Kilometer zu laufen. Um 11 Uhr hat ihr Kind einen Termin bei seiner Dottora, das wird sie knapp schaffen. Kurz nach 11 Uhr und sechs Kilometer Fußmarsch ist sie da.
Die Dottora freut sich die Kleine zu sehen. Nach vielen Fragen wie es seit der letzten Behandlung gegangen ist, untersucht und behandelt sie das Kind. Nach etwas über einer Stunde, in der sich die Mama ausgeruht hat, macht sie sich wieder auf den Weg nach Hause – hoch oben im paraguayischen Chaco.
Übermorgen, spät abends, wird sie wieder in ihrem kleinem Pueblo sein.
-Rio-
Wozu man Anker braucht
~ 6. August 2009 ~
Wenn ich so durch das Internet streife und lese, kann ich mich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass sich viele insgeheim und auch ganz öffentlich freuen, wenn “es” passiert. Zugegeben, mir geht es auch manchmal so.
Quasi als Bestätigung “Ich hab es ja schon immer gewusst und gesagt.”
Und dennoch: ich wünschte, dies alles wäre nur ein böser Traum, denn schnell dürfte auch bei uns das Unterste zu oberst gekehrt werden, was sich zu einem nicht mehr beherrschbaren Selbstläufer entwickeln könnte und vermutlich auch wird.
Das konnte man in der untergegangenen SU genauso beobachten wie in der Ex-DDR, wobei äußere Auslöser immer mal wieder variieren.
Die Ursachen und die Wirkungen sind jedoch immer gleich
“Wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen” wäre die einfachste Formel. (Minimalismus fördert den Blick auf den Punkt.)
Ich bin im II. WK geboren, habe danach die längste Friedensperiode in der Geschichte erlebt, habe den Mauerbau, den Fall der Mauer und die Jahrtausendwende erlebt, Halley gesehen und erlebe nun den vermutlich größten Crash, den die Welt jemals gesehen hat.
Angst aber werde ich auch bekommen, wenn es “los” geht - ich habe aber glücklicherweise einen sehr gut entwickelten rationalen Verstand … der gelegentlich aussetzt.
Dazu bin ich eben auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen.
Und klar möchte auch ich weiter leben, wenn nicht … mein Leben wird nicht gänzlich ohne Spuren sein … und sei es auch nur hier im Forum. “Google vergisst nichts” sei Dank
Ich will nicht religiöse Eiferei betreiben, dafür bin ich viel zu sehr Anthroposophinn, aber was aus den sogenannten 7 Todsünden folgt, gilt auch heute noch und ist in der Bergpredigt nachzulesen, wobei Gier, Völlerei, Geiz, Wollust, Zorn, Trägheit, Neid und Stolz als Todsünden erst im Mittelalter apostrophiert wurde.
Aber da war auch dem einfachen Volk nicht von ungefähr der Besitz der Bibel bei Todesstrafe verboten.
In der Bergpredigt ist die ganze Tragik menschlichen Seins, Handelns, Denkens und Tuns und was daraus folgt so plastisch beschrieben, dass es die modernste Zusammenfassung für Ursache / Wirkung elementarer Lebensgrundlagen ist.
Der Text kommt etwas altertümlich daher, die Botschaft ist aktueller denn je.
Jede einzelne Todsünde ist auch auf heutiges Management übertragbar, auf den größten Teil der Menschheit sowieso und auch ich bin nicht gefeit.
In der Bergpredigt steht auch, dass alle, die auf Gold und Silber vertrauen, auf Sand bauen und am Ende mit herunter gelassenen Hosen dastehen.
Das heißt aber nicht, dass man gar nichts haben sollte, denn da steht auch dieses: Du sollst den Armen geben - auch den Armen im Geiste.
Nur wer für sich selbst scheffelt, wird am Ende nichts mehr besitzen.
Ich gebe mit vollem Herzen und sorge für die, die nicht vorsorgen können, gleich aus welchen Gründen. Auch unser Forum ist eine Art zu Geben.
Und das ist fester Boden und kein Sand !
Vor gar nicht langer Zeit hat eine Userin in einem anderen Forum einen Beitrag gepostet und angefragt, was denn wohl ihre ererbte Münzsammlung wert sein könnte.
Die Antworten waren vernichtend und deshalb habe ich ihr eine Geschichte erzählt – diese hier:
„Ich war noch sehr, sehr jung und stand eher allein aber mit Kind in der Welt herum. Mein Mann studierte und ich verdiente so wenig, dass ich lieber selbst hungerte, um meinem Kind was zu geben.
Das ist jetzt 49 Jahre her.
Wir hatten ein einziges Zimmer, in dem sich alles abspielte - Kochen, Essen, Wäsche Waschen, Baden in einer kleinen Zinkwanne, Schlafen und Lieben.
Jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück ging ich an einem Grundstück vorbei, wo ein großer Berg von allerlei Holz lag und der täglich kleiner wurde, weil das Holz verbrannt wurde.
Und da lag auch eine wunderhübsche kleine aber ziemlich ramponierte Truhe aus Holz mit Intarsien, die ich unbedingt haben wollte. Gesehen habe ich niemanden um fragen zu können, gesehen habe ich nur einen riesigen Hund, der anscheinend ahnte was ich vorhatte.
Als den Haufen immer kleiner wurde, fasste ich mir ein Herz, stieg über den Zaun, ergriff die kleine wunderschöne aber ramponierte Truhe und setzte mit einem Hechtsprung wieder zurück über den Zaun, bevor mich der Hund zu fassen bekam.
Zu Hause angekommen mit meinem Schatz habe ich die kleine wunderschöne aber ramponierte Truhe liebevoll aufpoliert, um sie irgendwann einmal zu verkaufen, wenn es mir wirklich schlecht erging.
Mir erging es danach noch sehr oft sehr schlecht, meine kleine wunderschöne aber nun nicht mehr ramponierte Truhe habe ich immer noch und nach wie vor steht sie an einem besonderen Platz.
Sie hat mir über viele traurige Stunden hinweg geholfen und wahrscheinlich ist sie gar nichts wert, ich habe sie auch nie schätzen lassen.
Für mich war sie immer ein Anker, um meine ganz persönlichen Krisen zu überwinden.“
+++++
Vielleicht haben Sie ja auch so ein Schätzchen als Anker, weil man etwas hat, was man vielleicht verkaufen kann, wenn es einem wirklich schlecht ergeht.
Vielleicht haben Sie auch ein ganz anderes Schätzchen – gute Freunde, denen Sie ganz uneigennützig helfen und die Ihnen genauso uneigennützig helfen, eben weil es gute Freunde sind.
Alleine das Gefühl so ein Schätzchen zu haben, gibt Ihnen die Kraft, schwere Zeiten zu überstehen.
Ich wünsche Ihnen viele solcher Schätzchen, viel Glück und geben Sie doch bei uns im Forum ein wenig davon ab.
Ihre Meckerziege
Aufwachen – warum ist das so schwer ?
~ 25. Juli 2009 ~
Ein bisschen mosern, etwas Gemotze, immer wieder manche Unzufriedenheit da und dort - doch im Großen und Ganzen ist die Masse doch eigentlich ganz zufrieden. Oder?
Inzwischen ist ein Kontakt zu Freunden, die kurz vor oder ganz frisch in der Arbeitslosigkeit stehen, gar nicht mehr so selten.
Gerade hier ist man aber trotzdem immer noch irgendwie “glücklich” per Zweckoptimismus.
Sind die Menschen wirklich glücklich oder reden sie sich die Welt einfach nur schön?
Vor einem Jahr wurde man ziemlich belächelt, wenn man von der großen kommenden Krise sprach, von Bankenpleiten, massenhafter Arbeitslosigkeit, Inflation und Depression.
Nun stehen die Zeichen anders. Sogar von “Depression” ist inzwischen die Rede in den Massenmedien, der Begriff Rezession ist inzwischen bereits ausgeleiert.
Natürlich will das niemand erleben, natürlich ist es unangenehm und natürlich kann sich jeder etwas Schöneres vorstellen, als jetzt - quasi unverschuldet - bald mitten im größten Misthaufen der Geschichte zu stehen und die Suppe (im wahrsten Sinne dann aus der Suppenküche) auslöffeln zu dürfen.
Ursächlich haben wir es hier als Opfer mit einem System zu tun, was genau dafür aufgebaut wurde, um dort zu enden, wo wir heute stehen. Ob der Einzelne sich auf Kosten anderer bereichert oder das System selbst zu seinen Gunsten massiv ausgenutzt hat - das ist zwar höchst verwerflich - schuld ist derjenige trotzdem nicht an dem, was auf uns zukommt.
Psychologen allerdings sagen, dass jedes Opfer auch Täter ist. Sind wir solche Täter ?
Ja, sind wir … weil wir es zugelassen haben, weil wir uns haben einlullen lassen, weil wir nur zu gerne glaubten, dass unsere Volksverräter alles für uns – das Volk – tun und weil wir nicht rechtzeitig etwas dagegen unternommen haben.
Doch wofür jeder von uns verantwortlich ist, was jeder vollständig selbst in seiner Hand hat, ist die persönliche Reaktion auf die Situation. Was nützt es, so zu tun, als gäbe es keine Krise oder als würde sie einen sowieso nicht betreffen?
Aber das wissen wir ja - WIR …und wieso ist es so schwer, andere von der Wahrheit zu überzeugen?
Manch einer denkt, dass er das Problem mit etwas Optimismus aus der Welt schaffen und aus sitzen könnte. Netter Versuch - leider verloren.
Eigentlich dachte ich, dass es mit fortschreitender Krisensymptomatik immer einfacher würde, den Menschen um mich herum die Wahrheiten näher zu bringen.
Doch ich kann das bislang nicht bestätigen. Je schlimmer und klarer die Probleme für die Masse werden, desto tiefer steckt diese ihren Kopf in den Sand.
Ich bin wirklich gespannt, ob es nicht doch einen Moment des ganz großen Umdenkens geben wird, der unsere Mitmenschen offener für manches werden lässt.
Denn eigentlich ist es schon sehr seltsam, dass diese sich gegen Aufklärung zu ihren Gunsten wehren.
Warum weigern sich so viele Menschen, die Fakten zu erkennen und zu akzeptieren?
Solange das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist, kann jeder noch Vielerlei für sich tun.
Doch befindet sich das Kind einmal im freien Fall, ist es für jede Art von Hilfe definitiv zu spät. Dann kann man nur noch auf den dumpfen Aufprall warten, so bitter das klingt.
Daher gebe ich die Hoffnung auch noch nicht ganz auf, dass es doch noch einen guten Moment für die Masse geben könnte, aufzuwachen.
Ich habe jetzt eine andere Strategie entwickelt und rate zu langfristig haltbaren Lebensmittelkäufen, weil DIE Preise ganz bestimmt in den nächsten Jahren steigen werden und man dann einen “guten Schnitt” gemacht hat - das leuchtet den Leuten meist eher ein, weil sie das aus Erfahrung kennen.
Ich habe übrigens beim Discounter meines Vertrauens gleich um die Ecke endlich drei Paletten Pfirsiche hamstern können. Die gab es schon länger nicht mehr. Die Kassiererinnen wundern sich schon lange nicht mehr über meine Einkaufstouren und ließen mich wissen, dass sie solche Käufe jetzt immer öfter beobachten und selbst auch solche tätigen.
Also ist die Hoffnung doch nicht ganz so unberechtigt.
Liebe Grüße
Eure Meckerziege
Geben und Nehmen
~ 10. Juli 2009 ~
Können Sie das ? Uneigennützig etwas geben ohne Dank zu erwarten oder gar eine Gegenleistung ?
Die wenigsten können diese Frage mit Ja beantworten und handeln dann auch entsprechend, wenn sie etwas bekommen.
„Da muss ich mich revanchieren. Was hat das gekostet? Mein Geschenk muss größer/teurer/auffälliger sein.“
Dabei muss Geben gar nichts kosten … Zeit vielleicht, um Jemanden zuzuhören. Zeit … um jemanden zu trösten … ihm/ihr einen Rat zu geben … oder einfach nur ein Lächeln oder ein Händedruck, der dem/der anderen sagt „Du kannst auf mich zählen, ich bin für Dich da.“
„Geben ist seliger denn Nehmen“ – steht schon in der Bibel. Aber der tiefere Sinn dieser Aussage wird auch in der Amtskirche nicht gelehrt.
Es ist das persönliche Glücksgefühl für einen selbst, dass ich mit meinen Möglichkeiten jemanden helfen konnte und sei es auch nur, um diesem Jemand das Gefühl zu geben, verstanden zu sein.
Ich lese regelmäßig diese Seite im Newsletter http://www.zeitzuleben.de/ , die von Frau Konnerth und Herrn Sanftleben betrieben wird. Ich möchte Ihnen diese Seite gleich weiter empfehlen und ans Herz legen
Es lohnt sich wirklich !
Tania Konnerth *1 – schrieb dieses hier:
„Wissen Sie, was bei erfolgreichen Menschen immer wieder auffällt? Diese Menschen sind bereit, in Vorleistung zu gehen. Sie empfinden es als ganz selbstverständlich, etwas zu geben, und darauf zu vertrauen, dass sich ihr Handeln auszahlen wird.
Dagegen warten weniger erfolgreiche Menschen eher darauf, dass etwas Gutes passiert, BEVOR sie etwas geben. Oder sie erwarten zumindest Garantien, dass sich ihr Tun auszahlen wird.
Aber wirkliche Garantien gibt es im Leben natürlich nicht.
Es ist die alte Sache mit dem Ernten und dem Säen: Ich muss eben erst säen, um etwas zu ernten.
Das haben erfolgreiche Leute begriffen und handeln danach. Während weniger erfolgreiche Menschen oft erst ernten wollen, bevor sie geben. Sie sind nicht bereit, in Vorleistung zu gehen. Und natürlich ist dieses Verhalten absolut normal und menschlich.
Aber wer nicht bereit ist, in Vorleistung zu gehen, bekommt eben meistens auch nicht das, was er sich wünscht im Leben.
Das Ganze hat letztlich auch mit Risikobereitschaft zu tun.
Denn wenn ich in Vorleistung gehe, kann ich mir nicht sicher sein, ob sich mein Handeln wirklich auszahlen wird für mich. Und diese Unsicherheit muss ich aushalten können.“
Ich muss evtl. ertragen können, dass andere mir nicht danken, ich muss evtl. ertragen können, dass mich andere sogar verteufeln. Das ist menschlich und ich muss damit rechnen.
Wenn ich aber damit rechne und gar keine Dankbarkeit erst erwarte, bin ich in meinen Gedanken und in meinem Handeln frei.
Und weiter schreibt Frau Tania Konnerth *1:
„Wenn jemand im Alltag nicht in Vorleistung gehen will, hört sich das dann so an:
ICH soll den ersten Schritt machen? Aber ER/SIE hat doch angefangen. (Er/Sie soll säen, damit ich ernten kann.)
ICH soll im Job mehr Leistung bringen? Da sollen DIE DA OBEN mich erst mal besser bezahlen. (= Ich will erst ernten, dann säe ich.)
Wenn meine Nachbarn nicht freundlich sind und grüßen, grüße ich eben auch nicht. (= Ich säe nur Freundlichkeit, wenn jemand freundlich zu mir ist.)
Bevor ich bei eBay etwas rausschicke, will ich Vorkasse. (Erst ernten, dann sähen).
Oder anders gesagt: Bevor ich nicht etwas bekommen habe, gehe ich keinen Schritt.
Natürlich fällt man auch mal auf die Nase, wenn man erst sät und dann erntet.
Deswegen ist es auch wichtig, sich gut zu überlegen, wo und wie man sät oder wo und wem gegenüber man in Vorleistung geht. Auch ein Bauer wirft seine Saat nicht irgendwo hin und hofft das Beste. Er tut Einiges dafür, dass die Saat aufgeht und sich gut entwickelt. Aber dennoch sät er erst und erntet dann. Und zwischen Saat und Ernte liegt oft eine gewisse Zeit.“
Und noch eines möchte ich aus eigenem Erleben beisteuern:
Wer ohne „Hintergedanken“ geben kann, dem wird auf anderen Wegen oft viel mehr gegeben, als er/sie je erwartet hat.
Und wenn man das weiß, dann kann man auch ohne „Hintergedanken“ geben im Vertrauen darauf, dass man zurück bekommt. Dann muss man auch keine unendliche Dankbarkeit oder Gegenleistungen von dem/derjenigen erwarten, dem/der man gegeben hat.
Dann kann man selbst auch ohne „Hintergedanken“ Nehmen …
… denn auch das will gelernt sein !
Wenn einem das alles bewusst wird, hat man einen großen Anteil zu seinem eigenen inneren Frieden geschaffen.
Wir bekommen nur sehr selten das, was wir uns wünschen … aber immer das, was gut für uns ist.
Geben wir ohne Hintergedanken werden wir Nehmen können und wird uns gegeben.
Wie ist das eigentlich bei Ihnen?
Gehen Sie gerne in Vorleistung ?
Wenn nicht, könnten Sie in heute einfach damit anfangen - um mal auszuprobieren, wie sich „der innere Frieden“ anfühlt.
Ich wünsche Ihnen gute Erkenntnisse und inneren Frieden.
Ihre Meckerziege
*1 Frau Tania Konnerth hat mehrere Bücher geschrieben und führt Online-Kurse durch … diese allerdings gegen Bezahlung jedoch zu einem sehr moderaten Preis (erst säen - dann ernten)
Zeit umzukehren
~ 3. Juli 2009 ~
Reden wir nicht über die Bankster, die marode Wirtschaft und schon gar nicht über Jene, die glauben uns zu regieren. Reden wir lieber davon wie wir, jeder für sich und alle gemeinsam, die Dinge ändern können die zum jetzigen Dilemma geführt haben.
Dabei kommen wir nicht umhin über Rückbesinnung und Erinnerung von Werten und von Moral und Ethik zu sprechen. Alter Hut – unmodern – nicht zeitgemäß? Irrtum, notwendiger denn je!
Moral, Ethik und Werte, das sind Dinge die sich über Jahrzehnte im deutschen Volk als Guthaben-Kapital angesammelt hatten und den guten Ruf Deutschlands in der Welt ausgemacht haben. Bedenklicher weise verprasst die Masse der heutigen Generationen unbewusst die Zinsen und das Kapital. Das gilt übrigens nicht nur für Deutschland, sondern es geht vielen Nationen ähnlich.
Ich weiß nicht wie alt du bist und welcher Generation du entstammst. Wieso Alter eine Rolle spielt? Vielleicht denkst du, alle die älter sind als vierzig oder du, sind trottelig und gehören sowieso in die Gruft. Es gibt kaum einen größeren Irrtum. Alter hat manchen Nachteil, jedoch viele Vorteile. Unter anderem den der gemachten und erlebten Erfahrung.
Ein kleiner Exkurs in die Geschichte sei mir erlaubt. Dort finden sich einige Erklärungen und Hintergründe. Das Deutschland nach dem letzten Weltkrieg, in dem wir heute leben, ist ein entwurzeltes und vergewaltigtes Deutschland. Ich rede jetzt nicht von Sinn und Unsinn des 3ten Reiches, ich rede nicht von Sinn und Unsinn der Rache und der vermeintlich gerechten Bestrafung der Deutschen nach den Exzessen des Krieges. Die Generationen, die heute Deutschland als Deutsche beleben, sind bis auf wenige Ausnahmen, Kriegs- bzw. Nachkriegsgeneration.
Die Sieger – die Alliierten - haben es sehr gut mit uns gemeint und wussten und meinen bis heute zu wissen, was gut für uns ist. In über 60jähriger Nachkriegs-Gehirnwäsche ist es den Alliierten gelungen, heute mehr denn je durch die USA vertreten, nicht nur den Deutschen sondern vielen Völkern dieser Welt ihren way of life aufzudrücken. Zum Nachteil und Schaden von Generationen.
Und dann sind da so trottelige Typen, wie ich zum Beispiel, die sagen: Haltet inne! – Denkt nach! Ist dieses Leben, das du im Moment führst, das Leben was du dir wünschst? Bist du glücklich? Bist du zufrieden?
Die Ursachen, das es in großem Maß nicht so ist, liegen in ganz einfachen kleinen Dingen. Es gibt viele Beispiele die das erklären können, wie z.B. „Die zehn Gebote“ oder „systemische Modelle“ oder ganz einfach und banal „Volkes Mund“ ( z.B. Das was man dir nicht tu, das füg auch keinem andern zu ). Zu simpel? Die guten Dinge, diejenigen die funktionieren, sind einfach.
Egal,ob du einem der vorgenannten Möglichkeiten zustimmen magst oder dein eigenes Modell hast, nimm dir eine Stunde Zeit für Dich und denke einmal intensiv darüber nach.
Das nachfolgende Beispiel soll nur stellvertretend sein. Sofern du christlichen Glaubens bist - auch der Islam hat seine dem entsprechenden Stellen - und in deiner Schulzeit am Religionsunterricht teilgenommen hast kennst du sicher nachfolgendes Gebot:
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
Was bedeutet das oder kann es bedeuten? Zuerst einmal, ihnen verdankst du dein Leben. Ohne sie wärst du nicht. Ohne sie würdest du das hier nicht lesen können.
Die frühere Bedeutung: Das Gebot war nicht an Kinder gerichtet, sondern an die Erwachsenen, die zur Versorgung der Eltern verpflichtet waren, wenn sie alt wurden. Der Verlust der Leistungskraft sollte nicht mit dem Verlust der Freiheit einhergehen. Das Gesetz schloss auch ein, den Eltern ein würdiges Begräbnis zu geben.
In der heutigen Zeit: Zum Beispiel der sogenannte Generationen-Vertrag. Dass dieser Vertrag heute nicht mehr zeitgemäß ist, ändert nichts an seiner Bedeutung. Deine Eltern haben dir das Leben geschenkt. Sie haben dich nach ihrem besten Wissen und Können groß gezogen und sie haben dir ihm Rahmen ihrer Möglichkeiten alles gegeben wozu sie fähig waren.
Deine Verpflichtung besteht darin, dafür zu sorgen, dass wenn sie nicht mehr Leistungsfähig sind und für ihren eigenen Unterhalt aufkommen können, du ihnen zur Seite stehst und nach deinen Möglichkeiten hilfst. Ohne Wenn und Aber. So wie du mit deinen Eltern umgehst, so werden deine Kinder, oder wenn du keine hast die Gesellschaft, mit dir umgehen.
Dein Beispiel, dein Verhalten kommt immer auf dich zurück. Es ist die Verantwortung der Kinder, es ist deine Verantwortung. Das ganze Geschriebene lässt sich jedoch auch viel einfacher ausdrücken, „Volkes Mund“ sagt: Wie du mir, so ich dir. Das alles ist nur ein Beispiel, das dich zum Nachdenken anregen soll. Wie ist denn dein bisheriges Leben verlaufen? Friede, Freude, Eierkuchen aufgrund der Leistungen deiner Eltern? Aufgrund eigener Leistungen? Oder gibt es vieles, wo du unzufrieden oder unglücklich warst oder bist? Wenn Werte nicht mehr gelebt werden, dann verkommt die Gesellschaft im Chaos.
Oder ein anderes Beispiel: Wie ist es denn mit „Du sollst nicht stehlen.“ Viele in dieser Gesellschaft beschweren sich, dass nichts mehr sicher ist vor Diebstahl. Jedoch beim Arbeitgeber mal einen Satz Bleistifte oder Kugelschreiber mitgehen lassen, ist nicht schlimm. Trifft ja keinen Armen. Oder im Supermarkt den Irrtum der Kassiererin die 10,- Euro zu viel raus gibt übersehen. Na ja, selber Schuld. Und so weiter, und so weiter…….. Jeder der sich betroffen fühlt, jeder der sich beklagt, jeder von uns hat es in der Hand positive Beispiele durch eigenes Handeln zu geben, als gelebte Selbstverständlichkeit.
Du kannst jeden Tag umkehren und neu anfangen. Indem du zum Beispiel dein Verhältnis zu deinen Eltern oder Mitmenschen auf eine neue Basis stellst. Indem du beschließt ehrlich auch in den kleinen Dingen zu sein.
“Es ist nicht genug zu wissen,
man muss es auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen,
man muss es auch tun!”
v. Goethe
So wie ein solides, stabiles Fundament ein Haus über Jahrzehnte trägt, so tragen innere, gelebte Werte über Jahrzehnte eine Gesellschaft in Frieden und Wohlstand.
Nachtrag aufgrund erster Reaktionen in Bezug auf „die Eltern ehren“
Die Familie, die Eltern das sind unsere Wurzeln. Mit ihnen fängt alles an. Das viele Eltern ihrer Rolle nicht gerecht geworden sind bzw. werden ändert nichts daran das sie sind. Wir begeben uns hier auf das Feld der systemischen Modelle. Ob jetzt Familien-systemisch, Organisations-systemisch oder wir weitere systemische Modelle bemühen, es ändert nichts an ihrer Funktion und Ordnung.
Eltern die sich gegenüber ihren Kindern nicht korrekt verhalten tragen genau so ihr Päckchen wie Kinder ihr Päckchen tragen die ihre Eltern nicht korrekt behandeln. Bloß weil Eltern sich gegen ihre Kinder versündigen ist das kein Freibrief für die Kinder.
Wenn ich andere Modelle bemühe, dann sage ich sogar du hast genau die Eltern bekommen die du brauchst / gebraucht hast.
Wer nicht bereit ist das zu würdigen, was ist, wird immer in die Irre geleitet werden.
-Rio-