Von der Liebe…
~ 13. August 2009 ~
Die Frau geht seit fünf Stunden auf dem sandigen Weg. Auf dem Arm trägt sie ihr behindertes Kind. Gerade hat sie wieder einmal den Arm gewechselt, weil es doch zu schwer wird. Zum Glück ist es nicht mehr weit und sie hat bald die Omnibushaltestelle erreicht. Dort sitzt sie jetzt unter dem Blechdach das etwas Schatten spendet. Doch heute hat sie Glück, es sind nur 26 Grad im Schatten. Im Sommer sind es meist 12 Grad mehr. Nachdem sie sich etwas ausgeruht hat kommt auch schon der Bus.
Sie steigt ein und sucht sich auf der schattigeren Seite einen freien Platz. Nach wenigen Minuten hat das monotone Brummen des Motors sie in den Schlaf geleitet. Das Kind hat sich die ganze Zeit kaum gerührt. Nach vielen Stopps und einigen Pausen des Busfahrers, kommt sie acht Stunden später am Terminal in Asuncion an. Es ist schon lange dunkel. Dort wird sie von einer Verwandten abgeholt, bei der sie mit ihrem Kind die Nacht verbringen kann.
Früh am nächsten morgen geht es wieder zum Terminal. Die Reise geht weiter Richtung Coronel Oviedo und Villarrica, umsteigen in Mbocayaty. Wieder warten auf den nächsten Bus. Dann endlich nach insgesamt vier Stunden Busfahrt ist sie fast am Ziel. Aussteigen in Capii, jetzt sind es nur noch sechs Kilometer zu laufen. Um 11 Uhr hat ihr Kind einen Termin bei seiner Dottora, das wird sie knapp schaffen. Kurz nach 11 Uhr und sechs Kilometer Fußmarsch ist sie da.
Die Dottora freut sich die Kleine zu sehen. Nach vielen Fragen wie es seit der letzten Behandlung gegangen ist, untersucht und behandelt sie das Kind. Nach etwas über einer Stunde, in der sich die Mama ausgeruht hat, macht sie sich wieder auf den Weg nach Hause – hoch oben im paraguayischen Chaco.
Übermorgen, spät abends, wird sie wieder in ihrem kleinem Pueblo sein.
-Rio-